In den vergangenen Wochen hat sich bei mir einiges getan – nicht nur im Buch, sondern auch im Kopf. Ich habe darüber nachgedacht, wie es mit meiner Schriftstellerkarriere weitergehen soll. Schreiben zählt nach wie vor zu meinen liebsten Beschäftigungen, und ich habe beschlossen: Es lohnt sich, weiterzumachen.
Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, Turdus Merula, sobald es fertig ist, nicht mehr über Amazon, sondern über einen Verlag zu versuchen. Das bedeutet: Meine drei, vier oder fünf treuen Fans müssen diesmal etwas mehr Geduld aufbringen. Die Fertigstellung ist für Jänner/Februar 2026 geplant, doch danach beginnt das Warten.
Ich werde die Exposés verschicken – und dann kann es, je nach Verlag, bis zu sechs Monate dauern, bis ein Lektor das Manuskript überhaupt gelesen hat.
Im besten Fall folgt eine Veröffentlichung, im schlechtesten Fall niemandes Interesse – dann erscheint das Buch wie bisher im Selbstverlag auf Amazon, als Geheimtipp für ein kleineres, aber feines Publikum.
Wie weit bin ich?
Prolog und Kapitel 1–5 sind fertig und druckreif – das sind rund 280 Seiten.
Kapitel 6 ist komplett geschrieben, muss aber noch überarbeitet werden.
Kapitel 7 und 8 sind strukturiert und in Szenen eingeteilt.
Kapitel 9 und der Epilog existieren schon – vorerst nur in meinem Kopf.
Wie ich schreibe
Vielleicht ein paar Worte dazu, wie ich schreibe, um den Fortschritt besser einschätzen zu können – und zu verstehen, wie manche Szenen überhaupt entstehen.
Ein Buch wie Turdus Merula beginnt mit einer groben Planung:
Wo spielt es?
Was ist das Verbrechen?
Und – am wichtigsten – warum geschieht dieses abscheuliche Tun?
Dann kommen die Figuren. Die, die tragen, die, die überraschen, und die, die sich unterwegs dazugesellen. Hier beginnt bereits die Kunst des Schreibens: sich selbst zu bremsen, damit der Leser nicht in einem Meer von Namen und Handlungssträngen ertrinkt.
Als Nächstes steht die Frage: Wie endet das Ganze?
Offenes Ende, Cliffhanger oder ein klarer Abschluss mit leiser Tür für ein weiteres Werk?
Eine der größten Herausforderungen ist, den Leser zu überraschen, ohne ihn zu betrügen. Am Ende soll alles erklärbar sein – ohne dass ein Erzähler als „Erklärbär“ auftreten muss. Der Leser soll sich selbst denken:
Moment – das stand doch schon auf Seite 47 … jetzt ergibt es Sinn.
Solche Momente entstehen nicht auf Knopfdruck. Sie wachsen mit dem Buch, im Laufe des Schreibens.
Vom Plan zur Szene
Wenn die grobe Struktur steht, beginnt die eigentliche Arbeit:
Ich plane elf bis zwölf Kapitel, inklusive Prolog und Epilog – jedes mit etwa zwölf Szenen.
Das ergibt am Ende über 100 kleine Mikrokapitel, die wie eigenständige Miniaturen funktionieren. Jede Szene soll tragen, überzeugen – und Lust machen, weiterzulesen.
In dieser Phase lebt die Fantasie am stärksten. Beim Schreiben laufen die Szenen wie ein Film in meinem Kopf ab. Figuren handeln manchmal anders, als ich es geplant hatte – und genau das macht den Reiz aus. Da entstehen jene Nuancen, die Atmosphäre schaffen oder plötzlich einen trockenen Moment mit einem Augenzwinkern beleben.
Ich versuche, Dialoge so realistisch wie möglich zu schreiben. Alles, was zunächst roh und ungeschliffen aufs Papier kommt, wird später überarbeitet – meist drei bis vier Mal.
Jede Überarbeitung hat ihren Zweck: Struktur, Stil, Rhythmus, Lesbarkeit.
Am Ende bleibt nur eine Frage: Liest es sich flüssig in meiner Welt?
Und das Fazit?
So entsteht Schritt für Schritt mein neues Buch Turdus Merula.
Ich habe viel gelernt seit meinem Erstlingswerk – vor allem, was funktioniert und was noch Feinschliff braucht. Manche Methoden habe ich übernommen, andere komplett verändert.
Was bleibt, ist die Freude am Schreiben – und die Hoffnung, dass sie beim Lesen spürbar wird.
